Autor: Jürgen Kanzler, 17.04.2020

Meine Meinung zur Corona-Krise und 

der Diskussion über schrittweise Öffnungen

von Golfanlagen in Deutschland

Das alle Golfanlagen bis jetzt geschlossen haben ist zweifelslos richtig. Man kann und konnte bislang von den regierenden Parteien nicht verlangen sich um alle Ausnahmen von den Ausnahmen zu kümmern. Allerdings kann ich mittlerweile zweifelslos von den Bundesländern erwarten, dass sich Staatssekretäre und die zuarbeitenden Fachabteilungen sehr wohl damit beschäftigen können und müssen um zu unterscheiden, was Schaden anrichten kann und was nicht. Es ist genügend Zeit vergangen, sich „jetzt“ mit Detailfragen zu beschäftigen – unser Beamtenapparat in Deutschland ist dafür groß genug und die Verbände, einschließlich dem des DGV können hier schnell und in wenigen Stunden funktionsfähige Konzepte erstellen. 

 

Wenn also alle Ministerpräsidenten und unsere Kanzlerin Angela Merkel mehrfach beteuern, dass „individueller Sport und Bewegung an der frischen Luft“ ausdrücklich unter Einhaltung der Abstandsgebote erlaubt sind, dann muss ich im Sport unterscheiden dürfen, ob es sich um geschlossene Sportanlagen, eine Sportanlage unter freiem Himmel oder sogar um eine weitläufige Sportanlage unter freiem Himmel ohne Zuschauer handelt. Und ich darf auch erwarten, dass sich die regulierenden Behörden nun in einem „Freizeit- und Flächenland“ wie z.B. Bayern damit beschäftigen. Würde ich jetzt zusammen mit meiner Frau und einem Sandwedge bewaffnet in den Englischen Garten gehen oder hier bei mir auf dem Land auf des Bauers Wiese gehen (kenne ihn) und Chip-Übungen in einem ruhigen Bereich machen, wär das erlaubt. 

 

Es geht hier nicht wie üblich in Deutschland nur um "Recht und Ordnung“, es geht um „Gesundheit“. Wer steckt wo wen an, wo besteht das Risiko und hier möchte ich durchaus fordern, dass Nachdenken erlaubt ist!

 

Was spricht bitte dagegen, dass ein Club geschlossen bleibt (Sanitäranlagen, Umkleidekabinen, Restaurant), das Clubbüro wie McDonald im MacDrive seine Kunden bedient, aber die Golfanlage selber unter der Disziplinauflage geöffnet wird, dass man Abstand hält? Die Driving-Range bleibt halt im Zweifel geschlossen oder nur jede 2. Matte und jeder 2. Bereich darf bespielt werden.

Was spricht dagegen, dass ich mit meiner Frau zusammen eine ruhige Golfrunde im 2er-Flight drehe? Außer der Tatsache, dass man dafür von A nach B fährt spricht überhaupt nichts dagegen. Golf ist ja eh kein „Kontaktsport“ und das Bussi links und rechts, das Abklatschen und Händeschütteln fällt einfach aus. Auf das trinken der Lady nach der Runde und auf den Birdieschnaps verzichtet man dann halt.

 

Hallo? Radfahren ist erlaubt, Joggen ist erlaubt, spazieren gehen ist erlaubt, Wandern ist erlaubt, Reiten ist erlaub, die Jäger dürfen/müssen raus. Das herumliegen auf öffentlichen Flächen mit Abstand ist erlaubt. Ballspielen in Parks oder öffentlichen Wegen ist erlaubt – und das ist alles auch gut so.

Ist Euch aufgefallen dass das gesamte Bauwesen die ganze Zeit arbeitet da hier durch die körperlichen Entfernungen die Hygienevorschriften eingehalten werden können. Baustellen funktionieren in Deutschland ununterbrochen, sogar auf Autobahnen. Mauern werden gezogen, Häuser gebaut, Dächer gedeckt. Nur da wo es für Hygienevorschriften zu eng wird, ist es verboten. Kiesgruben für das Bauwesen sind geöffnet, Asphaltanlagen sind geöffnet, es wird geteert auf Teufel komm raus.

Die Tatsache dass ab 19. April alle Geschäfte unter 800 qm öffnen dürfen, bedeutet im übrigen auch, dass ein ProShop geöffnet werden kann. Schon mal darüber nachgedacht, dass die Geschäfte wenigstens Handschuhe und Bälle verkaufen können? Endlich einmal die Griffe wechseln lassen oder die durch Reisen abgeriebenen Schäfte tauschen? Es muss ja nicht gleich das ganze Fitting sein. Ich habe z.B. im Februar mir ein Eisen 4 bestellt, kann es aber nicht abholen und damit auch nicht bezahlen.

 

Alle Gastronomiebetriebe, die sowieso schon ein Saisongeschäft im Golfsport haben können doch im Prinzip so jetzt schon Konkurs anmelden. Oder glaubt irgendwer dass ein Gastrobetrieb auf der Golfanlage obgleich der Entfernungen „Heimservice“ anbieten kann? Mit Nichten. So hätte der eine oder andere „kreative“ Gastronom wenigsten die Möglichkeit Sandwiches für die Runde zu verkaufen und vor der Runde Bestellungen für den Heimweg des Golfers anzunehmen.

Gesundheit geht vor allem – aber niemand darf dabei den gesunden Menschenverstand ausschalten und nach so einer langen Zeit noch weiter „pauschalieren“. 

Also liebe Politiker, auch wenn Golf immer noch den falschen Eindruck in der Öffentlichkeit einer Exklusivität hat, die schon lange Jahre nicht mehr gegeben ist, noch mehr Abstand in einem Sport unter freiem Himmel ohne Zuschauer gibt es einfach nicht. Bis jetzt ist alles OK, Ihr habt alles richtig gemacht - vielen Dank, aber jetzt ist es an der Zeit nicht mehr nur zu pauschalieren, es ist genügend Zeit vergangen, sich offen für Lösungen zu halten die mehr Freiheit, Sport und Gesundheit ohne jeglichen Schaden mit sich bringen.

Beste Grüße

Jürgen Kanzler

 

General Manager / Owner

Golf Guide Tours GmbH


Flößergasse 4, 81369 München


Tel. +49 (0)89 21556117-2


juergen.kanzler@golfguidetours.com

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